Kanarische Inseln 1.-2. Teil

A B S C H N I T T E

28.09.2004 La Graciosa (Kanarische Inseln)

Auf Madeira haben wir, ausgerüstet mit Wanderkarte und Wanderschuhen, einen Bus bestiegen, der uns in die Berge bringen sollte. Hier wollten wir unsere degenerierten Beinmuskeln mal wieder so richtig in Schwung bringen. Nach einer rasanten Fahrt entlang einer kurvigen Straße, stiegen wir in 1000m Höhe aus dem Bus.

Ganz Madeira ist mit einem Netz von kleinen Kanälen durchzogen, die das Wasser aus den Bergen zu den Bananen – und Obstplantagen bringen. Entlang dieser „Levadas“ kann man Kilometerweit wandern. Den Einstieg zu unseren Levada hatten wir schnell gefunden und gemütlich ging es los. Nach etwa 2 km fragte Amrei entsetzt: „Sascha, hast du mein Portemonnaie?“  Aber Sascha hatte es auch nicht! Im Eiltempo rannten wir zur Bushaltestelle zurück. Doch auch hier keine Spur von dem Geldbeutel. Ein Anruf bei dem Busunternehmen brachte auch keine neue Erkenntnis, wir sollten uns später noch mal melden. Ziemlich bedröppelt  und ohne Geld standen wir nun mitten in den Bergen von Madeira. Ein deutsches Pärchen sprach uns an, und nachdem wir unsere Situation erklärt hatten, liehen sie uns 10 Euro. Die Fahrt zurück zum Boot war somit gesichert. Wir entschieden uns unsere Wanderung fortzusetzen. Immer am Wasser entlang ging es vorbei an atemberaubenden Abgründen, dschungelartigen Passagen und kleinen Wasserfällen. Von Zeit zu Zeit nahmen uns die aufsteigenden Wolken die Sicht und hüllten alles in feuchtem Nebel ein. Nach vier Stunden Fußmarsch erreichten wir unseren Zielort und nahmen den Bus zurück nach Funchal.

Hier fragten wir am Fahrkartenschalter nach Amreis Portemonnaie. Glücklich strahlten wir bis über beide Ohren, als uns die Verkäuferin den Geldbeutel überreichte.

Von dieser ersten Wanderung waren wir so beeindruckt, dass wir die nächsten Tage in den Bergen verbrachten.

Leider war der Ankerplatz in Funchal nicht so paradiesisch wie die Insel selbst. Der ständige Schwell raubte uns den Schlaf und so entschieden wir uns nach einer Woche zum Aufbruch in Richtung Kanarische Inseln. Nach zweieinhalb Tagen rauschender Fahrt unter einem wunderschönen Sternenhimmel tauchten die Umrisse von La Graciosa auf. Als wir 10 Seemeilen von der Küste entfernt waren, ging die Sonne unter und es wurde stockdunkel (Neumondnacht). Da La Graciosa keine Leuchtfeuer hat und wir kein Radar, entschlossen wir uns noch eine Nacht auf See zu verbringen. Am nächsten Morgen trafen wir in dem kleinen Hafen der Insel, alle unsere Freunde aus Madeira wieder. Abends waren alle auf „Hogfish“ zu einer großen Party eingeladen. Chris, Rachel und ihre beiden Töchter Kalessin und Lilly feierten ihre erste Atlantiküberquerung. Sie kommen von den Bahamas und machen sich nun auf die Rückreise in die Karibik.

Auf der kleinen Insel Graciosa gibt es nur Sandpisten, keine Teer- oder Steinstraßen. Geprägt ist sie von zwei kleinen Orten, vier Vulkanen und viel Sandwüste. Viel Zeit verbringen wir mit den anderen Seglern beim Tauchen, Wandern, Baden und Schwätzen.

Thema Nummer eins ist natürlich die bevorstehende Atlantiküberquerung.

 

08.11.04 Arguineguin (Gran Canaria)

Erholsame Wochen auf den Kanarischen Inseln! Mit vielen schönen Segeltagen, netten Bekanntschaften und urtümlichen Landschaften überrascht uns die Inselgruppe westlich von Afrika.

Im Hafen von Arrecife, der Hauptstadt Lanzarotes, ist Sascha für eine Woche „Strohwitwer“. In nur viereinhalb Stunden legt Amrei die Strecke zurück, für die wir über ein Jahr gebraucht haben, um in Deutschland ihre Familie und Freunde zu besuchen. Mit im Gepäck ist natürlich auch eine lange Liste dringend benötigter Ausrüstungsgegenstände. So sind Rucksack und Tasche bei der Rückkehr prall gefüllt. Während des Auspackens, später an Bord, macht sich Weihnachtsstimmung breit.

Unter anderem hat Amrei fünf superhelle, weiße LED´s mitgebracht. Jetzt kann Sascha endlich das langersehnte, stromsparende Ankerlicht bauen. Beim Schiffsausrüster kaufen wir noch ein herkömmliches Ankerlicht mit Fresnelllinse in die er die LED´s samt Vorwiderstände einbaut. Am Abend leuchtet es sehr hell und gut sichtbar über den Ankerplatz.

Mit einem „Pot Luck“ feiern wir am 19. Oktober Sascha´s zweiten Geburtstag auf See. Jeder bringt etwas zu Essen und zu Trinken mit und man kann sich von Herzenslust (und nach Hungergefühl) von dem Buffet bedienen.

Weiter führt uns die Reise nach Fuerteventura. Beim Einkaufsbummel im Süden der Insel erregt eine große Bühne unsere Aufmerksamkeit. Die Band ist gerade beim Soundcheck und der klingt wirklich gut. Das Konzert soll um 22 Uhr beginnen. Pünktlich stehen wir in der dicht gedrängten Menge auf dem großen Platz. Ob jung oder alt, Mann oder Frau, alle kennen die Texte der spanischen „In-Band“ „Melendi“ auswendig und die Stimmung ist ausgelassen. Unter einem sternenklaren Himmel verklingen spät in der Nacht die letzten Töne.

Schon am nächsten Tag setzen wir wieder die Segel, da wir Sascha´s Vater auf Gran Canaria treffen wollen. Der Wind meint es gut mit uns, und so fällt der Anker um halb vier nachts in Arguineguin.

Die Wiedersehensfreude ist groß und wir verbringen gemeinsam ein paar sonnige Tage am Strand von Playa del Ingles.

Bei einem Tagestören stecken wir Alfred mit unserer Segelbegeisterung an. Bei Wind und plätschernden Wellen würde er am liebsten an Bord bleiben und sich in den Schlaf schaukeln lassen.

Jetzt freuen wir uns auf eine weitere Woche mit Alfred, bevor er wieder nach Deutschland muss. Danach heißt es auch für uns wieder arbeiten. Wir wollen „Sarei“ aus dem Wasser heben, um den Rumpf neu zu streichen und ein paar kleinere Reparaturen zu erledigen.

verantwortlich für die Web- Präsentation: A. Vogels

Bitte die Bilder anklicken!
zur größeren Ansicht

Amrei auf der Levada
Amrei balanciert
Amrei in Madeiras Bergen
Party auf Hogfish
Graciosa mit Jeep
Graciosa Strand
Nach dem Schnorcheln
Sascha am Wasserfall
Amrei und Michael mit Blick auf Graciosa
Nach der Wanderung

Bitte die Bilder anklicken!
zur größeren Ansicht

Buffet
Pot Luck 1
Pot Luck 2
Alfred beim Segeln
Küste von Fuerteventura