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Porto Santo (Madeiragruppe), 03.09.04
„Sascha, aufwachen! Vier Uhr, deine Wache beginnt!“ Langsam kriecht er aus der Koje und zieht seine Sachen an. Gar nicht so einfach, wenn man dabei von einer Ecke in die andere geschleudert wird. Die helle
Venus ist gerade aufgegangen und scheint durch den Niedergang.
„Irgendwelche besonderen Vorkommnisse, Schiffe, etc.?“ „Nein, nichts!“ „Na dann, schlaf gut!“ „Gute Wache!“
Amrei verschwindet in der Kajüte und kuschelt sich in die noch warme Koje. Der Bordalltag einer Langfahrt hat sich wieder eingestellt.
Eine arbeitsreiche Woche in der Marina von Olhao liegt hinter uns. „Madeira, Kanaren, das hab ich vor zwei Wochen probiert. Habe nach 100 Meilen den Kurs geändert und bin wieder zurückgesegelt. Nur hohe
Wellen, Windstärke 10 – 12, nass bis auf die Haut und kalt, das muss ich nicht haben, jetzt geht es schön gemütlich ins Mittelmeer!“, so die Worte unseres Stegnachbarn aus Stuttgart mit seiner Moody 38, einem Boot
fast doppelt so groß wie unseres. Wir wurden immer nervöser, obwohl wir mittlerweile gelernt hatten, dass bei solchen Berichten immer auch ein wenig Seemannsgarn gesponnen wird. Immerhin liegen zwischen Portugal und
Madeira tausend Kilometer Atlantischer Ozean. Als die Wetterkarten ein großes Hochdruckgebiet über den Azoren zeigten, setzten wir die Segel und beschlossen selbst die Erfahrung zu machen.
Sascha macht es sich im Cockpit so bequem wie möglich und zieht die Kopfhörer vom CD-Player auf. Mit Musik oder einem Hörspiel vergeht die Nachtwache wie im Flug.
Hier unsere Top 5-Nachtwachen-Hitliste:
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Amrei
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Sascha
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Gerhard Schöne: Schöne Lieder
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Gerhard Schöne: Schöne Lieder
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Hair: Soundtrack
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23: Soundtrack
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Mary Black: No frontiers
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Hair: Soundtrack
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Melissa Etheridge
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Im Rausch der Tiefe: Soundtrack
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Supertramp: Chrisis
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Buena Vista Social Club
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Viel Zeit verbringen wir auch diesmal wieder mit Naturbeobachtungen. So findet Amrei eines Morgens unseren ersten Fliegenden Fisch auf Deck. In der
Nacht ist er gegen unsere Kajüte geflogen und hat es nicht mehr zurück ins Meer geschafft. Da wir beide so früh noch keine Lust zum Kochen haben,
werfen wir ihn den Delfinen zu. Eine Schule von 15-20 Delfinen begleitet uns, darunter auch eine Mutter mit ihrem Baby an der Seite.
Mittags besucht uns eine Meeresschildkröte. Sie treibt an der Oberfläche und hebt nur müde den Kopf, als wir vorbeisegeln. Nachts schauen wir in den
Sternenhimmel und zählen die Sternschuppen. Eine besonders schöne zieht mehrere Sekunden lang quer über den Himmel um dann hell in der Atmosphäre zu verglühen.
Nach fünf Tagen Wasser, Himmel und Wolken taucht am Horizont das Leuchtfeuer von Porto Santo auf. Doch bis wir den Ankerplatz erreichen, zieht
noch eine Kaltfront durch und haut uns Wind und Wellen um die Ohren! Für eine Stunde drehen wir bei und segeln anschließend nur unter Fock den Rest der Strecke.
Am Ankerplatz werden erst mal alle Polster und nassen Klamotten zum Trocknen an die Sonne geschafft. Als das Chaos am größten ist, kommen zwei
Zöllner zum Einklarieren vorbei. Da im Cockpit kein Zentimeter frei verfügbarer Raum mehr ist, müssen die Formalitäten in ihrem Zodiac erledigt
werden. Uniformen und Papiere bleiben dabei nicht ganz trocken! Trotzdem bedanken sie sich höflich und wünschen uns einen angenehmen Aufenthalt. Drei
Tage verbringen wir am schönen Sandstrand von Porto Santo, um dann mit einem Tagestörn nach Madeira zu segeln.
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