Marquesas

A B S C H N I T T E

Marquesas, Nuku Hiva, Taiohae, den 13.07.06

„Wie kriegt man dieses Tier nur ans laufen?“ Ganz unbeeindruckt von unseren Kommandos folgen die Pferde einfach unserem Führer Minimo. Wir sind auf einer Exkursion zum zweitgrößten Vulkankrater der Erde auf Isabela in den Galapagos Inseln. Der Reitweg führt am Kraterrand entlang, doch noch ist die Sierra Negra im dichten Nebel verhüllt. Nach einer guten Stunde binden wir die Pferde im Schatten eines Baumes fest, und gehen den Rest zu Fuß weiter. Während wir über die schwarze, mondähnliche Landschaft wandern, erklärt uns Minimo die verschiedenen Lavastrukturen. „Wann war denn die letzte Eruption?“ Uns wird doch etwas anders zumute, als er antwortet:“ Letzten Oktober vor fünf Monaten“. Auf dem Rückweg haben wir klare Sicht und können den Ausblick genießen.

Jetzt ist es Zeit Abschied von unseren Freunden zu nehmen, die längste Ozeanstrecke liegt vor uns und Sarei. Damit wir uns auch wiedersehen, erzählt uns Pepe die erste Hälfte von einem Witz, die Pointe gibt es dann in der Südsee.

Schnell gewöhnen wir uns wieder an die Routine auf See: kochen, Segelwechsel, drei Stunden schlafen, drei Stunden wachen. Etwas Abwechslung bringt die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland, täglich warten wir gespannt auf den Report der „Deutschen Welle“. Natürlich freuen wir uns wenn Deutschland wieder eine Runde weiter kommt.

So rollt Sarei mit uns vor dem Wind Minute um Minute, Stunde um Stunde, Woche um Woche, bis wir endlich, am Morgen des 27. Tages, Land in Sicht haben.

Schöner kann ein Landfall wohl kaum sein, eingerahmt von einem Regenbogen segeln wir um das Nordende der Insel Fatu Hiva. Über tausend Meter hohe, bizarr geformte Felsformationen bilden eine beeindruckende Kulisse. Unser Ankerplatz liegt in einem Tal, das von dicht grünbewachsenen Hängen umschlossen wird. Abends „wiegen“ uns polynesische Trommelklänge in den Schlaf.

Da nach der langen Fahrt all unser Frischproviant aufgebraucht ist, gehen wir am nächsten Morgen in den Ort, um uns mit Obst einzudecken. Unsere Rucksäcke sind gefüllt mit Tauschobjekten. Da es hier sowieso nichts zu kaufen gibt, sind die Bewohner nicht an Geld interessiert! „Change?“ fragen wir jeden der uns begegnet, bald finden wir eine Familie, die mit uns tauschen möchte. Eingehend werden die Luftpumpe, der Fender, das T-Shirt und die Zigaretten, die wir mitgebracht haben, begutachtet. Bewaffnet mit langen Stangen schwärmt die Familie in den Garten aus, um uns das Obst direkt von den Bäumen zu pflücken. Schwer beladen mit Bananen, handballgroßen Pampelmusen, Papayas, Limonen und Basilikum machen wir uns auf den Heimweg.

Ausgerüstet mit Picknick und Kameras suchen wir uns einen Weg durch den Dschungel zu einem Wasserfall. Dort wo dass Wasser auftrifft, hat sich ein Pool gebildet und wir genießen bei heißen Temperaturen ein Bad im kühlen Süßwasser.

Da wir noch nicht offiziell einklariert haben, dürfen wir nur drei Tage auf Fatu Hiva bleiben.

Eine Tagesreise bringt uns in eine schöne Sandstrandbucht auf der Insel Tahuata. „Guck mal, da liegt Ariel!“ Das kleine Stahlboot mit dem Gaffelrigg ist sch von weitem leicht zu erkennen. Ian und Kathy laden uns zu einem Probesegeln ein, bei gutem Wind können wir das Boot in allen Situationen ausgiebig testen. „Ssssssssssssssssss….“, das Geräusch lässt uns erschreckt zusammenfahren. Es ist jedoch nur die Schleppangel, da hat ein großer Brocken angebissen. Zu dritt kämpfen wir eine halbe Stunde bis der Fisch endlich an Bord ist. Zurück am Ankerplatz präsentieren wir stolz unseren 13 kg Yellowfin- Thunfisch. Natürlich wird der Fang unter allen Seglern aufgeteilt.

Von Tahuata segeln wir nach Ua Pou. Ein junger Mann im Auslegerkanu paddelt an unser Boot heran. „Ich möchte euch gerne in mein Haus einladen.“ Mit einem Geländewagen fahren wir zu seinem Zuhause mit tollem Ausblick über die Bucht. Wir kommen gerade richtig zum Mittagessen. In der „Open-air-Küche“ probieren wir polynesische Köstlichkeiten wie Brotfurcht, getrockneten Fisch und Manjokcreme. Gegessen wird ganz traditionell mit den Fingern direkt aus der Schüssel. Nachdem wir uns ins Gästebuch eingetragen haben, werden wir zurück zur Pier gefahren.

Wir wollen rechtzeitig zum Nationalfeiertag, dem 14. Juli, in Nuku Hiva, der Hauptinsel der Marquesas, sein. Schöne Polynesierinnen mit Blumenkette um den Hals und Blüte im Haar bezaubern uns mit ihren verführerischen Tänzen. Mit einem Mal wird uns klar, warum die Besatzungen der alten Rahsegler gerne für immer hier bleiben wollten. Die kräftigen, kunstvoll tätowierten Männer wettstreiten unterdes im Kanu- und Pferderennen.

Doch in der Südsee gibt es noch viel mehr zu entdecken, deshalb wollten wir auf dem Weg nach Tahiti einen Zwischenstopp auf den Tuamotus einlegen.

verantwortlich für die Web- Präsentation: A. Vogels

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Exkursion auf den Vulkan Chico Isabela

Entenmuscheln und Grass nach 27 Tagen auf See

Ankerbucht auf Fatu Hiva.

Tauschgeschäfte- Fender gegen Pampelmusen

Wasserfall auf Fatu Hiva

Steintiki auf Fatu Hiva

Probesegeln mit Ariel

Stolze Fischer mit dem -Catch of the day-

Das Dorf Hakahetau auf Ua Pou

Open-air Küche auf Ua Pou

_Polynesische Schönheiten bei verführerischen Tänzen.

Amrei und Sascha rudern in den Sonnenuntergang