Salvador - 2. Teil

A B S C H N I T T E

Salvador do Bahia, 09.04.05

„Kannst du mir mal bitte den 13er Schlüssel geben?“ „Wo ist denn jetzt schon wieder die Schraube hin?“ Eingekeilt im Motorkasten tüfteln wir an unserem neuen Projekt.
Bei einer Flaute kurz vor Salvador starteten wir den Motor. „Plonk, plonk, plonk, …!“ ertönt es tief aus dem Schiffsinneren. Dieses Geräusch gehörte definitiv nicht zu den üblichen Harmonien unserer Rappelkiste. Schnell stellten wir die Maschine wieder aus und warfen den Anker, um bei der starken Gegenströmung nicht abzutreiben.
Das Motorfundament, das wir in Belgien, zu Beginn der Reise, für den neuen Motor „provisorisch“ eingebaut hatten, löste sich an mehreren Stellen vom Rumpf.

Das sah nach viel Arbeit aus!

Seit einigen Tagen steht der ausgebaute Motor in der Kajüte. Von unseren Nachbarn leihen wir uns eine Flex mit samt Generator aus. Seit dem beschränkt feiner, weißer Schleifstaub in unserer Kabine die Sichtweite auf Armlänge. Auf eine Stunde flexen folgen sechs Stunden saubermachen.

Ein Hartholzbalken, den wir aus einem Müllcontainer der Stadt angeln, bildet die Basis für das neue Fundament. Mit viel Epoxidharz werden die neuen Motorstützpunkte einlaminiert.

Nach einer Woche schweißtreibender Arbeit sitzt der Motor an seinem alten Platz und aus der Baustelle wird wieder ein bewohnbares Schiff.

Gerade noch rechtzeitig zu Amreis großer Geburtstagsparty. Zum ersten Mal in dreißig Jahren fällt der Geburtstag in den Herbst und nicht ins Frühjahr!

Pünktlich zum Sundowner kommen die ersten Gäste. Wenig später steigt der Gemütlichkeitsfaktor enorm an, als sich zehn Segler ins kleine Cockpit quetschen. Um nicht zu sinken, haben wir vorsorglich die Seeventile geschlossen, trotzdem bleibt kein Fuß trocken.

Während der Barkeeper Sascha drinnen eine rekordverdächtige Zahl Caipirinha a la Sarei mixt und kleine Snacks reicht, wird an Deck kräftig Seemannsgarn gesponnen.

„Als die Mauer gefallen ist, habe ich mit meiner „Schnapsflasche“ die neuen Bundesländer abgeflogen“, erzählt Asmat über seine Zeit als Ballonpilot in Deutschland. Überall haben die Menschen erstaunt zum Himmel geschaut als sein flaschenförmiger Ballon vorüber zog. Neben Deutschland hat der Engländer auch Afrika aus der Luft erkundet. Jetzt lebt und reist der große Mann auf dem kleinsten Boot am Ankerplatz (8   m).

„Bist du zufrieden mit deinem Dschunkenrigg?“, fragt Asmat Roger. Roger ist mit seinem Boot, das nach der chinesischen Art getakelt ist, seit 18 Jahren unterwegs. Die letzten sechs davon hat er auf den Trauminseln der Südsee verbracht. Schon vor dem Start unserer Reise haben wir alle Informationen zum Dschunkenrigg gesammelt. Umso mehr freuen wir uns auf einen Tagestörn auf der Dschunke mit Roger und Asmat.

Bei Ed und Sofia hatten wir zunächst Bedenken. In einer holländischen Segelzeitschrift hatten wir über den Bootsdesigner Ed gelesen, dass er klassischen Inneneinrichtungen am liebsten mit der Axt zu Leibe rückt. Er vertritt die Philosophie der diagonalen Linien, welche auch sein eigenes 9,30 m Boot erstaunlich geräumig und gemütlich erscheinen lässt. Auch für Sarei hat er spontan einige interessante Ideen. Wer weiß, eines Tages…

Zusammen mit Michael und Daniela, Georg, Martin und Anke wird es noch ein sehr langer und lustiger Abend.

Wäre das Wetter so wie in den letzten Tagen gewesen, hätten wir uns wohl unter einer Plastikplane verkrochen. Täglich ziehen starke, manchmal lang anhaltende Regenschauer über uns hinweg. Aber auch das hat so seine Vorteile für uns Seenomaden, so können wir morgens ein ausgiebiges Süßwasserbad im Dingi genießen. Luxus pur!

Nach zweieinhalb Monaten Salvador und Bahia freuen wir uns nun darauf die Segel zu setzten mit Richtung Nordbrasilien.

verantwortlich für die Web- Präsentation: A. Vogels

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Unser Ankerplatz in Salvador

Der Motar im Wohnzimmer

Sascha mit Epoxi

Einpassen der neuen Motorstützpunkte

Vor Anker in Salvador

Platz in Salvador

Große Party auf kleiner Sarei

Ed baut ein neues Ruder für Argo

Morgendliches Dingibad