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Tobago, 20.10.05
„Was meinst du, ob wir außer Heinz und Andrea auf Yab Yum noch jemand in der Store Bay kennen?“ Wir staunen nicht schlecht, die Hälfte der acht Boote in der Bucht haben wir schon mal irgendwo getroffen.
In rasender Fahrt kommt ein großes Motorboot auf uns zugeschossen, an Bord sechs Tauchschüler und ein freundlich winkender Heinz, der Tauchlehrer. „Hallo, schön euch endlich wieder zusehen!“ „Sind
das etwa Piraten?“, fragt eine der Taucherinnen. Sicher macht Sascha mit seinem Schlapphut und Dreitagebart den Eindruck eines solchen.
Wir haben die Insel noch gerade rechtzeitig zum „Tobago Fest“, einem „Minikarneval“, erreicht. Als erstes sichten wir einen Indianer mit prächtigem Kopfschmuck und dickem Kostüm. Ob er sich bei den
Temperaturen wohl darin fühlt? Beim darauf folgenden Umzug lassen wir uns von den vielen phantasievolle, farbenfrohe Kostümen verzaubern.
Der Karneval von Trinidad und Tobago ist das Highlight des Jahres. Wir sind froh, dass wir so noch einen Eindruck davon bekommen.
Bevor wir dann weiter die Küste erkunden, nutzt Sascha die Gelegenheit bei Heinz und Andrea einen Tauchschein zu machen. Zunächst heißt es jedoch Theorie büffeln. Die Mühe wird durch Freiwassertauchgänge,
an den bis zu 18 m tiefen Riffen Tobagos, belohnt. Wir begegnen dort zahlreichen bunten Rifffischen, Muränen, Meeresschildkröten, Haien und einem Stachelrochen mit zwei Metern Spannweite, der die seltsam
„blubbernden“ Eindringlinge mit seinen Kulleraugen scharf ins Visier nimmt.
Morgens um vier Uhr schmeißt uns der Wecker aus der warmen Koje. Wir müssen rechtzeitig am Fährhafen sein, denn wir wollen nach Trinidad, um dringend benötigte Ersatzteile zu kaufen und eine neue
Arbeitsfock in Auftrag zu geben.
Knapp drei Stunden braucht die „Highspeedkatamaranfähre“ bis nach Port of Spain, der Hauptstadt der Nachbarinsel. Gebannt schauen wir von der Heckplattform auf die brodelnden Wassermassen unter uns. Jeder
der vier Jetantriebe kann ein olympisches Schwimmbecken in 6 Sekunden mit Wasser füllen. Sascha träumt schon von einem Highspeedkatamaran als nächstes Boot.
Mit etwas gemütlicherer Geschwindigkeit verlassen wir ein paar Tage später die Store Bay, um zu sehen, was der Rest der Insel sonst noch zu bieten hat. Das anstrengende Segeln an der Leeseite erinnert uns
ans Mittelmeer, der Wind weht oft nur sehr lau und dann meistens von vorne. Gerade werden wir von einem heftigen Regenschauer durchweicht, als eine Schule Delfine vorbeischaut. Unser Anker fällt in der Englishman´s
Bay, einer Traumbucht mit gelben Sandstrand, Palmen und Regenwald. Je weiter wir nach Norden kommen, umso grüner, bergiger und schöner wird die Insel.
Das Tobago der gefährlichste Platz ist, den wir besucht haben, zeigt folgende Begebenheit;
In einem kleinen Laden haben wir uns ein Eis gekauft und sind auf dem Rückweg zum Boot, als uns ein Tobaganer anspricht.
Tobaganer: „Do you want a coconut?“ / „Möchtest du eine Kokosnuß?“
Sascha: „Oh yes, thank you.“ / „Oh ja, vielen Dank.“
Tobaganer: „Give me 10 TTDollars.“ / „Gib`mir 10 TTDollar.“
Sascha: „I don´t have any money left.“ / „Ich habe kein Geld mehr.
Sascha gibt die Kokosnuß zurück.
Tobaganer: „Buy me something in the shop.“ / „Kauf` mir was in dem Laden.“
Sascha: „Sorry, I don´t have any money left!“ / s.o.
Tabaganer: „Then give me your icecream!“ / „Dann gib mir dein Eis!“
Sascha: „No, that´s mine!“ / „Nein, das ist mir!“
Tobaganer: „Give mir your icecream!!!“
Schnell beugt er sich vor, öffnet seinen Mund und schwupps ist das halbe Eis verschwunden!
Sascha nach einer Schrecksekunde: „Thank you, man!“
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